2019 bisher ein „normales“ Jahr für die Wasserförderung

OVAG stellt Wasserwirtschaftlichen Jahresbericht 2018 vor und blickt auf die zukünftige Entwicklung der Trinkwasserförderung.

„Trotz Hitzeperiode haben wir die umweltschonende Grundwassergewinnung im letzten Jahr aufrechterhalten.“ Das ist die gute Nachricht, die Wasserwerksleiter Franz Poltrum von der Vorstellung des Wasserwirtschaftlichen Jahresberichtes der OVAG in der letzten Woche mitbringt. Beteiligt waren auch obere und untere Wasser- und Naturschutzbehörden und Umweltverbände. Alle konnten sich davon überzeugen, dass die Trinkwasserförderung der OVAG im „Hitzejahr“ 2018 natürlich ausnahmslos Anforderungen der Genehmigungen entsprach, zum anderen durch intelligent gelenkte Förderung die selbst gesetzten erhöhten Anforderungen erfüllt wurden, die die Natur in den Gewinnungsgebieten besonders schonen.

Schaut man auf das erste Halbjahr 2019, so sind die normalen Trinkwasservorräte durch die moderaten Temperaturen und die ausreichenden Niederschläge erhalten – kurz gesagt, die Wasserförderung verläuft normal. Ein Spitzenlasttag war der 26. Juni, an dem es zum einen mit bis über 35 Grad sehr heiß war, zum anderen noch keine Sommerferien waren. An diesem Tag wurden rund 125.000 Kubikmeter Wasser in das Fernleitungsnetz der OVAG eingespeist. Zum Vergleich: die mittlere Menge an einem Tag betrug 2018 rund 97.000 Kubikmeter Wasser. Der Verbrauch lag also etwa ein Viertel über dem Schnitt: „Ein Wert, der unsere technischen Anlagen an ihre Grenzen gebracht hat“, blickt Franz Poltrum zurück.

Für die Zukunft sieht er allerdings solche „Extremsituationen“ immer häufiger auf die Wasserversorger zukommen. Zum einen liegt das am demografischen Wandel. Immer mehr Menschen ziehen ins OVAG-Versorgungsgebiet an den Autobahnen A5 und A45 sowie an die Bahnlinien zwischen Frankfurt und Gießen. Zum anderen liegt das an dem klimatischen Wandel: Extreme Temperaturen und veränderte Niederschläge in Form von unwetterartigen Regenfällen, die nicht versickern wie anhaltender Landregen. „Darauf müssen wir uns einstellen. Deshalb kooperieren wir zum einen enger mit anderen Wasserversorgern, um vorhandene Grundwasservorkommen optimal zu steuern. Zum anderen entwickeln wir unsere technischen Förderanlagen weiter, damit sie noch flexibler reagieren können, wenn es zu einem Spitzenverbrauch kommt.“ Poltrum vergleicht sein Wasserleitungsnetz sehr anschaulich mit einem Auto: „Bisher hat ein durchschnittlich motorisierter Wagen als Transportmittel ausgereicht, heute müssen wir einen Sportwagen vorhalten, der ab und zu mal mit Vollgas gefahren werden kann.“

Dem Wasserwerksleiter der OVAG ist es trotz der derzeit entspannten Fördersituation wichtig, zu sensibilisieren: „Unabhängig von der aktuellen Wetter- und Temperaturlage animieren wir Kommunen und Einwohner immer zum sorgsamen und sparsamen Wasserverbrauch. Jeder Wasserabnehmer sollte sehr bewusst mit dem lebensnotwendigen Lebensmittel Trinkwasser umgehen.“ Er blickt voraus: „Auch die Nicht-Trinkwasservorräte müssen künftig noch besser genutzt werden. Ob bei der Gartenbewässerung oder in der Toilette – nicht jeder Liter Nutzwasser muss Trinkwasserqualität haben.“

OVAG Wasserwerk in Inheiden
Im Wasserwerk der OVAG in Hungen-Inheiden: Wasserwerksleiter Franz Poltrum und sein Stellvertreter Thomas Feuerstein.

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