Schlappe Klappe, weitreichende Folgen

Routiniert und zügig: Die OVAG nahm umfangreiche Arbeiten an ihrer Fernwasserleitung vor.

Rund um die Uhr im Dreischicht-Betrieb, vierzig Monteure der OVAG sowie zwanzig Mitarbeiter von anderen Firmen gut 32 Stunden im Einsatz und damit einige Stunden vor dem selbst gesetzten Soll das Projekt erfolgreich beendet: Ein beachtlicher Aufwand der OVAG, um den Menschen trotz unaufschiebbarer Reparaturarbeiten möglichst ohne Unterbrechung die Belieferung mit Trinkwasser zu garantieren. „Das ist uns auch gelungen“, nickte nach Beendigung des Projekts zufrieden Thomas Feuerstein, Leiter des Sachgebiets Instandhaltung bei der Sparte Wasser. „Es ist vor allem wegen der gründlichen Vorbereitungen und dem professionellen Zusammenspiel aller Beteiligten so vorbildlich und reibungslos gelaufen.“

Vorbereitung für den Tag X – was unter anderem bedeutete, dass Trinkwasser umgeleitet, Ersatzversorgung in speziellen Anhängern bereit gestellt und Hochbehälter wie jener in Reichelsheim-Blofeld mit trinkwassergeeigneten Tankwagen befüllt werden mussten. Im Prinzip das alles wegen einer einzelnen, einer defekten Klappe in der zweiten Fernwasserleitung, die sich von Hungen durch die Wetterau streckt.

Die südlichen Kommunen in der Wetterau sowie ein Teil des Main-Kinzig-Kreises mussten für den Zeitraum der Reparaturarbeiten die Belieferung der Bevölkerung der Drosselung entsprechend anpassen. „Aufgrund von Abnutzung im Laufe der Jahre hatte eine Klappe in der zweiten Fernwasserleitung zwischen Geiß-Nidda und Dauernheim ihren Dienst aufgegeben. Diese Art von Armatur ist notwendig, um den Wasserfluss falls nötig, an dieser Stelle absperren zu können.“

Das Haklige an der Angelegenheit: Der Austausch kann wegen einer an dieser Stelle fehlenden zweiten Leitung nur im laufenden Betrieb vorgenommen werden. Was wiederum bedeutete, dass für den Austausch der fehlerhaften Klappe ein Teilstück der zweiten Fernwasserleitung von etwa acht Kilometer außer Betrieb genommen werden musste.

Allerdings machten die Verantwortlichen im Wasserwerk der OVAG gewissermaßen aus der Not eine Tugend. „Um diese Unterbrechung der Wasserzufuhr noch über die notwendig gewordenen Arbeiten hinweg sinnvoll zu nutzen, haben wir gleich in über zwanzig Schächten die Armaturen ausgewechselt, was wir früher oder später sowieso hätten tun müssen“, erläutert Thomas Feuerstein das weit vorausplanende Procedere.

Zunächst aber stand die Entleerung des entsprechenden Rohrabschnitts. Das waren immerhin rund sechstausend Kubikmeter, ein Vorgang, der mehrere Stunden in Anspruch nahm. Sobald es an einem Abschnitt möglich war, rückte ein kleines Team der OVAG an, um in die Schächte hinab zu steigen und dort schon einmal die Armaturen zu tauschen. In den frühen Abendstunden des ersten Tages konnten die Monteure schließlich den Eingriff an dem eigentlichen corpus delicti vornehmen – der schlappen Klappe. „War nicht so ganz einfach“, beschreibt Feuerstein die Arbeit an dieser Stelle. „Da die Klappe quer stand, musste sie mit Schneidbrenner und Trennschneider herausgetrennt werden das kostete zusätzliche Zeit.“

Ab 8 Uhr folgte schließlich die langsame Befüllung des vorübergehend leeren Rohres. „Wie das Entleeren, geschieht auch dieser Vorgang allmählich“, skizziert Feuerstein den Vorgang. „Wichtig dabei ist, dass die Luft in dem Rohr komplett entweicht. Lufteinschlüsse könnten nämlich zu Druckstößen und damit zu Folgeschäden an der Fernwasserleitung führen.“

Aber wie gesagt: Vorzüglich Planung und motivierte Fachleute am Werk – beruhigend für die Menschen, die täglich von dieser Lebensader, dieser Fernwasserleitung mit Trinkwasser versorgt werden.

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